Mallorca - Menorca - Cabrera

Eine Entdeckungstour durch die nördlichen Balearen

Bereits im Vorfeld war klar: Die balearischen Inseln werden unsere Urlaubsdestination für das heurige Jahr. Wir wollen dabei nicht nur die Hauptinsel Mallorca kennenlernen, sondern das eher weniger bekannte Menorca, welches landschaftlich, so hörten wir, noch schöner sein soll als die Hauptinsel. Mit dem Flieger von Wien ist Palma de Mallorca bequem zu erreichen, die Yacht über Yacht-Urlaub schnell und einfach gebucht und schon kann es losgehen. Zu viert 14 Tage - eine ideale Zusammensetzung auf unserer Oceanis 42 - jedem seine Kabine und genug Platz zum Ausbreiten. Luxus pur also für unseren Männertörn!

Tag 1 - Von Zuhause auf die Yacht in nur 6 Stunden

Sehr einfach ist die Anreise auf Palma de Mallorca - von zu Hause, über den Flughafen bis zur Yacht in nur 6 Stunden, da auch unsere Startmarina "El Arenal" nur wenige Kilometer vom Flughafen mit dem Taxi erreichbar ist. Nach der üblichen Versorgungsprozedur und dem Einchecken in die Yacht ist es bereits 17 Uhr geworden. Die Marina El Arenal bietet nicht nur einen Swimming-Pool und ein gemütliches Restaurant, sondern liegt auch am Ende einer der bekanntesten Partymeilen für uns deutschsprachige: der Ballermann. Zwar nicht unser Fokus auf diesem Urlaub, aber viele Crews kommen extra in diese Marina, um den Ballermann zu besuchen - also schauen auch wir uns das Spektakel an. Ein Lokal reiht sich dem anderen - ganze Partytempel sind am Ballermann zu finden. Für den ersten Abend ein gelungener Einstieg in unseren 14-tägigen Segelurlaub. Man kann Stunden und Tage am Ballermann verbringen - wir sind allerdings nur kurz Gast, denn am nächsten Tag geht es los zu unserer Inselumrundung.

Mallorca - Menorca - Cabrera Törnbericht Übersichtskarte
Unser geplantes Fahrgebiet für die nächsten 14 Tage


Wir haben ein Ziel: Die Umrundung von Mallorca und Menorca in Form eines 8ers - für 14 Tage eine gemütliche Angelegenheit.

Tag 2 - Die Reise geht los

Einigermaßen fit vom Vorabend starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück in unseren ersten Tag auf See. Es geht Richtung Westen bei leichten Wind. Unser Frischling Florian bekommt ein leicht mulmiges Gefühl, er ist das erste Mal auf einer Segelyacht, hat noch keine Erfahrung. Etwas ungewohnt sind für ihn die Wellen, doch unser Skipper meint: "Das legt sich, Gewohnheitssache. Einfach ein wenig den Horizont beobachten und entspannen".

Isla Dragonera - Die Insel im Form eines Drachen
Isla Dragonera - Die Insel im Form eines Drachen - im Hintergrund

Nach ca. zwei Stunden Fahrt erreichen wir die Isla Dragonera - eine kleine vorgelagerte Insel in Form eines Drachens. Sie ist das erste landschaftliche Highlight unserer Reise. Wir kreuzen durch die Passage zwischen Mallorca und der Isla Dragonera nach einem Schwimmstop. Nachdem ein wenig Wind aufkommt setzen wir auch zum ersten Mal die Segel.
Florian hat sich mittlerweile an die See gewöhnt, es geht uns allen richtig gut. Der Urlaub hat Fahrt aufgenommen!

Port de so Foradada (Mallorca)
Port de so Foradada

Nach einer weiteren Stunde erreichen wir unser Tagesziel Port de so Foradada - eine Bucht mit einer sehr schönen vorgelagerten Felsformation - irgendwo entlang der Westküste von Mallorca. Zum ersten Mal weihen wir auch unsere Küche ein. Das Abendessen an Bord ist für uns der krönende Abschluss eines erfolgreichen ersten Tages an Bord.

In den späteren Nachtstunden hat unser Crewmitglied Bernhard noch einen Sprung ins kühle Nass riskiert, nichtwissend dass Quallen, die sich untertags von der Sonne verstecken nachts verstärkt auftreten können. Er wurde an der Hand gestochen, jedoch nicht weiter tragisch: Mit Salzwasser abwaschen, mit einer Scheckkarte die Häarchen abstreifen, nochmal mit Salzwasser abwaschen und die Stelle von der Sonne schützen. So ist das bewährte Mittel gegen kleinere Qualenstiche.

Tag 3 - Umrundung des Nordkaps

Heute steht die erste Herausforderung unseres Törns auf dem Programm: Die Umrundung des Nordkaps von Mallorca. In einschlägiger Literatur liest man, dass dieses Unterfangen mit ein wenig Arbeit verbunden sein kann. Mit einem erfahrenen Skipper, einer fitten Crew und einer guten Yacht sollte das jedoch kein Problem für uns darstellen.

Westküste von Mallorca
Entlang der Westküste von Mallorca

Bevor wir allerdings das Nordkap erreichen, dürfen wir bei unserer Fahrt entlang der Westküste Mallorcas die spektakuläre Landschaft, die steilen Klippen und den Hafen von Port de Soller bewundern. Manchen von uns wird dabei bewusst, dass dieser Anblick einmalig ist und vielen verwehrt bleibt - vom Wasser aus lassen sich spektakuläre Bilder machen - manch imposante Klippe kann jedoch nicht einmal die Kamera einfangen.

Segelurlaub auf Mallorca
Aufkreuzen an der Westküste von Mallorca

Langsam nähern wir uns dem Kap - nachdem wir die Segel gesetzt haben, merken wir, dass die Strömung südwärts, und somit gegen uns arbeitet. Da der Wind ebenfalls genau entlang der Küste weht, sind wir zum Kreuzen gezwungen. Unsere Segelpraxis wird auf die Probe gestellt. Alle dürfen mitanpacken, steuern, Kommandos geben um die Yacht Stück für Stück dem Nordkap näher zu bringen.

"Professionelles" Segeln um das Nordkap
Fast wie ein Profi - und das am dritten Tag

Die See wird rauer, der Wind stärker. Und wir bemerken das erste Mal - die Erfahrungsberichte hatten recht: Es ist echte Arbeit unter Segel das Nordkap zu Umrunden. Doch wir wussten das und haben Spaß dabei, zusammenzuarbeiten und unser Ziel zu Verfolgen.
Schließlich sind wir erfolgreich, konnten das Nordkap überwinden und setzen Kurs auf unser Tagesziel Port de Pollensa. Ein beliebter Urlaubsort an der Nordküste Mallorcas mit zahlreichen Restaurants und Bars. Wir bunkern zudem Wasser und Lebensmitteln, und bereiten uns auf den nächsten Tag vor: Die Überfahrt auf Menorca.

Das Nordkap von Mallorca
Eines der Highlights des Törns: Das Nordkap von Mallorca

Tag 4 - Überfahrt auf Menorca

Etwas vom Nachtleben von Port de Pollensa gezeichnet und nach dem morgendlichen Bunkermanöver mit dem motorisierten Beiboot, beginnt die Überfahrt auf Menorca. Der Wellengang ist mäßig.. Für unseren Neuling Florian zum zweiten Mal eine Herausforderung, die aber eher dem Verzehr von Alkohol am Vorabend zuzuschreiben ist.
Nach drei Stunden Überfahrt erreichen wir die merklich flachere Küste im Westen von Menorca.

Bucht im Süden Menorcas
Cala Macarella im Süden Menorcas

Die Cala Macarella im Süden der Insel ist unser Tagesziel. Schnell erreicht und geankert wird zum ersten Mal von uns versucht, Fische zu fangen. Nach kurzer Zeit sind wir erfolgreich - jedoch leider zu wenig, um die gesamte Crew satt zu bekommen. Das Restaurant in der Bucht ist eine willkommene Alternative, und langsam kommen wir auf den Geschmack der guten spanischen Küche - vor allem als Vorspeise wird gerne eine hausgemachte Knoblauchsauce mit Oliven und Brot gereicht. Dieses Gericht ist herrlich einfach, aber schmeckt ausgezeichnet gut.

Tag 5 - Buchten, soweit das Auge reicht

Unsere Reise geht weiter entlang der südlichen Küste von Menorca. Eine Ankerbucht nach der anderen - manche mit Hotels versehen, viele jedoch einsam und ideal für Yachten, die eine ruhige einsame Idylle suchen. Unsere Priorität liegt jedoch bei Buchten mit Restaurants - unsere Fischer an Bord könnten zwar Glück haben, aber sicher ist sicher. So entscheiden wir uns für die Bucht Cala Canutells: eine kleine Feriensiedlung und ein Restaurant mit guter hausgemachter Paella.

Tag 6 - Der Osten von Menorca

Festivität in Mahon (Menorca)
Ein Fest in der Stadt lockt auch viele Einheimische nach Mahon

Wir erreichen das östliche Ende der Südküste Menorcas - die Landschaft scheint sich hier etwas zu verändern. Nachdem der Wind mäßig bläst können wir bei vollen Segeln uns hinter der Yacht an einer Leine ziehen lassen. Erfrischung pur, und doch auch etwas für die Fitness, denn bei kleiner Geschwindigkeit muss man sich nach kurzer Zeit schon anstrengen, um den Halt nicht zu verlieren.
Unser Tagesziel ist die Hauptstadt Mahon (oder auch Mao geschrieben), wo auch der nahegelegene Flughafen der Insel zahlreiche Landurlauber anzieht. Mahon hat unter anderem britischen Einfluss in der Vergangenheit genossen, und bietet somit eine einmalige kulturelle Kombination in Spanien. Die tief einschneidende Bucht von Mahon ist interessant zu durchkreuzen. Die Altstadt selbst liegt erhöht und ist sowohl per Lift als auch per Stiegen zu erreichen. Wir haben Glück: Ein Stadtfest scheint in der Altstadt stattzufinden, mit Konzerten auf der Straße und vielen Bars die zusätzlich Bänke aufbauen. Für uns die erste Stadt nach zwei Nächten in einer Bucht bzw. auf Anker - und somit auch wieder Zeit die Vorräte an Bord aufzufüllen. Wir genießen in einem Lokal nahe des Hafens unser Abendessen und lassen in einer Bar den Abend ausklingen, bevor wir wieder an Bord zurückkehren um das abendliche Flair der Stadt von einer künstlichen Anlegeinsel aus zu genießen.

Mahon bei Nacht
Mahon bei Nacht

Tag 7 bis Tag 9 -  Ruhige Tage im Norden Menorcas

Unser Segelurlaub führt uns weiter entlang der nördlichen Küste Menorcas. Landschaftlich wird uns eine der interessantesten Gegenden präsentiert. Dünn besiedelte Küstenabschnitte, einsame Strände, jedoch für Yachten perfekt, da sich zahlreiche Buchten zum Übernachten anbieten. Auch die Winderverhältnisse sind dieser Tage perfekt um uns weiter Richtung Westen zu treiben. In der Cala Tirant besuchen wir am Rande einer Ferien-Siedlung den wunderschönen Strand und genießen abseits der touristischen Anlage die Bucht, die wir ganz für uns alleine haben.

Tag 10 - Der Westen von Menorca

Im Westen von Menorca angekommen besuchen wir die geschäftige Altstadt von Ciutadella. Ciutadella war bis ins 18. Jahrhundert die Hauptstadt Menorcas und ist reich an Kulturschätzen im Zentrum. Für uns ist dies eine willkommene Abwechslung nach den Tagen der Ruhe abseits des Tourismus. Am Naturhafen wird uns reichlich Gelegenheit zum Essen und Trinken geboten. Auch das Angebot an Nachtlokalen und Bars ist hier sehr attraktiv und reichhaltig. Da wir uns bereits für die Überfahrt auf Menorca vorbereiten, üben wir Zurückhaltung bei der Einnahme alkoholischer Getränke, denn die Hinfahrt hat uns gezeigt, dass die See etwas unruhiger zwischen den beiden Inseln werden kann.

Das Rathaus von Ciutedella
Das Rathaus von Ciutedella vom Hafen aus gesehen

Tag 11 - Überfahrt auf Mallorca

Der Tag beginnt mit einem ordentlichen Frühstück, im Lokal direkt gegenüber unserer Yacht, bevor es wieder zurück nach Mallorca geht. Ablegen um Punkt 11 Uhr, wir schätzen die Tagestour auf 4 Stunden Fahrzeit ein.
Zu unserer Überraschung ist das Meer sehr ruhig und angenehm. Während der Fahrt entdecken wir immer wieder große schwimmende Objekte im Meer, die wir uns näher ansehen wollen. Unser Crewmitglied Bernhard ist für solche Fälle der Richtige. Der Sprung ins Wasser folgt prompt und so wird von ihm das Objekt näher untersucht. Resultat: Die großen Bojen aus Holz und Pflanzenschmuck, sind absichtlich gesetzt, damit man diese schon von weitem erkennt. Sie markieren Fischernetze der einheimischen Fischer.
Nach dieser Forschungsrunde setzen wir die Fahrt Richtung Cala Ratjada fort. Das Ziel scheint uns passend, da es der erste Anlaufpunkt auf Mallorca für uns ist und einen gemütlichen geschützten Hafen verspricht.
Angekommen in Cala Ratjada wird uns sofort klar: Mallorca ist und bleibt eine Partyinsel für unsere deutschen Nachbarn. Unzählige Lokale zeugen auch in Cala Ratjada davon. Inmitten der kleine Yachthafen, rundherum Hotelanlagen und ausgezeichnete Infrastruktur für jeden Geschmack. Und: Wir sind offensichtlich in einem der Zentren für Fischerei gelandet. Herrliche Fischrestaurants säumen die Hafengegend. Uns ist schnell klar, was wir heute Abend essen werden.

Hummer vom Grill
Hummer vom Grill

Nach einer ausgezeichneten Fischplatte bzw. Hummer vom Grill und einem Spaziergang am Hafen geht es in das Nachtleben von Cala Ratjada, welch so manchen interessanten nachhaltigen Eindruck bei uns hinterlassen wird. Und die Gegensätze zu den letzten Tagen auf Menorca könnten nicht extremer sein, da die Stadt doch sehr touristisch ist.

Tag 12 - Die andere Seite des Urlaubs

Segeln an der Ostküste Mallorcas
Segeln an der Ostküste Mallorcas

Nach einer etwas ausgiebigeren Nacht verlassen wir am späten Vormittag den Hafen und setzen Segel Richtung Süden. Ein auffrischender Südwind lässt uns gut vorankommen. Das heutige Tagesziel ist Porto Colom oder eine der umliegenden Buchten. Die Ostküste von Mallorca ist reich an Möglichkeiten zum Anlegen. Sowohl kleine Fischerörtchen als auch Badebuchten laden zu einer Mittagspause ein. Der Wind ist uns jedoch gewogen, wir bleiben unter Segel Richtung Süden und genießen die spätsommerliche Nachmittagssonne.

Am Abend ankern wir in der Cala Marsal nähe Porto Colom. Eine kleine Badebucht mit Strand, dahinter eine Hotelanlage und ein paar wenige Läden für unseren Einkauf.
Mit dem Beiboot fahren wir zum Sandstrand, wo uns die Badegäste etwas verwundert anschauen. Es dürfte nicht oft passieren, dass hier Yacht-Urlauber an Land gehen. Ein nahegelegenes Lokal spricht uns an, um dort einen Tisch für das Abendessen zu reservieren. Anschließend erledigen wir unseren Einkauf und gehen zurück an Bord um den Proviant zu verstauen.
Ein schöner Segeltag findet einen herrlichen Abschluss bei Schwimmen und gutem Essen.

Tag 13 - Einer der schönsten Plätze

Unser vorletzter Segeltag bricht an. Wir können bei dem anhaltenden leichten Wind wieder die Segel setzen mit Kurs Richtung Cabrera. Cabrera ist eine kleine Naturschutzinsel, die einst eine Gefängnisinsel war. Um auf ihr Anlegen zu können, haben wir bereits zu Reisebeginn eine Boje reserviert. Es gibt nur eine große Bucht auf der gesamten Insel, die mit der Yacht befahren werden darf.
Im Laufe des Nachmittags erreichen wir unser Tagesziel. Beim Anlegemanöver fällt die Ruderanlage aus, womit wir gezwungen sind, die Notpinne einzusetzen. Sie ersetzt die Ruderanlage und greift direkt am Ruderblatt an - etwas mehr Muskelkraft ist zum Steuern notwendig, da keine Übersetzung mehr vorhanden ist, jedoch für unseren Skipper kein Problem.
Die einmalige Naturschönheit von Cabrera lässt sich bei einem Rundgang auf der Insel genießen. Zu erklimmen gibt es eine Ruine, Wanderwege führen durch das Naturschutzgebiet. Da auch das Fischen verboten ist, sind die Meeresbewohner sind sehr zutraulich und nicht verschreckt, wenn man ins Wasser geht.

Cabrera
Cabrera

Tag 14 - Ab nach Hause

Unser letzter Tag an Bord unserer Yacht bricht an. Mit ausgefallener Ruderanlage, somit mit Notpinne und Autopilot, geht es Richtung heimwärts, direkt zum Hafen El Arenal. Unser Ziel, Mallorca und Menorca zu umrunden, ist geschafft. Die Eindrücke können nicht vielseitiger sein. Der Frage nachzukommen, was einem am besten gefallen hat, ist nicht einfach. Zu viele Eindrücke waren es in den letzten 14 Tagen. Jedoch überwiegen bei allen die Freude und die Gewissheit, wieder nach Mallorca und den Balearen für einen Segelurlaub zu kommen.

von Manuel Göschl

Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Mario Müllauer (Mittwoch, 24 Februar 2016 11:37)

    Menorca war ein wunderschöner Törn!
    Und tatsächlich hat sich bestätigt dass Menorca irgendwie doch noch mehr zu bieten hat als die meist nur groß angepriesene Hauptinsel Mallorca.
    Im allgemeinen ein sehr interessantes und zugleich auch anspruchsvolles Segelrevier.
    Ich kann nur jeden, der nicht nur das rein touristische Gebiet sucht, die Insel Menorca sehr weiterempfehlen!

  • #2

    Flo (Montag, 28 März 2016 20:09)

    Zwei Freunde und ich wollten mal wieder Urlaub in Form einer Männerpartie machen und sind dann auf die Seite von Yacht-Urlaub gestoßen. Trotz der etlichen Packages haben wir uns schlussendlich aber für einen flexiblen Törn entschieden: zwei Wochen Balearen sollten es werden mit dem Ziel sowohl Mallorca als auch Menorca in einer Achterschleife zu umsegeln. Beim ersten persönlichen Törngespräch samt Skipper wurden alle Einzelheiten besprochen, das Boot sowie der Abfahrtspunkt gewählt. Entschieden haben wir uns für eine Oceanis 43. Als Heimathafen wurde Palma de Mallorca direkt am Ballermann ausgewählt.

    Ende August 2014 ging es dann auch schon Richtung Palma. Nach Klärung der Formalitäten durch den Skipper, der Bootsübernahme, dem Vorratseinkauf für die ersten 1-2 Tage und einem kurzen "Spaziergang" am Ballermann stachen wir bereits am nächsten Morgen in See. Da ich, im Gegensatz zu den anderen Crewmitgliedern, keinerlei Segelerfahrung hatte, war mir anfangs doch etwas mulmig zumute. Diese Angst verflog aber Dank der stimmigen Runde und der Kompetenz des Skippers genauso schnell wie sie gekommen war. Die ersten Erfahrungen waren schnell gesammelt und nach ein paar Manövern wusste auch ich was zu tun war wenn es hieß: „Klarmachen zur Wende!“.

    Was ich toll fand war die Flexibilität bezüglich der Wahl der Destinationen. Von Kreuzfahrtschiffen kennt man ja nur die bereits festgelegten Routen mit den Aufenthaltsorten. Anders an Bord der Oceanis mit dem Motto: „Bucht oder Hafen/Marina in einer Stadt – ihr entscheidet!“. Vorab haben wir Crewmitglieder uns leider nicht über Sehenswürdigkeiten informiert was aber auch gar nicht nötig war. Der Skipper klärte uns immer rechtzeitig über sehenswerte Buchten und Städte in unmittelbarer Nähe auf, weshalb genug Zeit für Entscheidungen blieb. Ob Party in der nächstgelegenen Stadt oder ein gemütlicher Ausklang des Tages mit spanischem Wein an Bord - wir entschieden nach Lust und Laune, wechselten aber beides eigentlich kontinuierlich ab. Auch das „Hineinschnuppern“ in eine Bucht war kein Problem und wenn sie uns nicht gefiel, weil sie etwa durch angrenzende Hotels total überlaufen war, folgte ein zügiges Wendemanöver und wir waren genauso schnell wieder aus der Bucht wie wir hineinkamen um eine andere anzusteuern.

    Für mich persönlich war genanntes „Buchteln“ am Schönsten. Menschenleere Sandstrände, türkisblaues Wasser umgeben von einer atemberaubenden Landschaft. Ob Schnorcheln oder Angeln, die Gegend mit dem Beiboot erkunden – vieles war möglich. Des Öfteren waren wir das einzige Boot in einer Bucht weshalb wir abends von einem regelrechten „Kamerablitz-Gewitter“ aus den angrenzenden Hotels umgeben waren – da fühlte man sich schon irgendwie als Promi. Aber auch das Sightseeing kam nicht zu kurz und ab und an war es auch wieder richtig nett festen Boden unter den Füßen zu haben, weshalb wir auch regelmäßig Häfen ansteuerten und die Städte unsicher machten.

    Das Thema Verpflegung konnten wir genauso flexibel gestalten wie die Aufenthaltsorte und so wurde auch, je nach Belieben, an Bord gekocht – hier blieben mir die selbstgefangenen und zubereiteten Goldbrassen besonders in Erinnerung. Auch Geheimtipps durch den Skipper bezüglich kleiner Tavernen in Buchten und Restaurants wurden getestet und für gut befunden.

    Die Charter-Yacht war mit ihren 13m Länge und 3,5m Breite ein echter "Hingucker" und auch geräumig. Drei Doppelbettkabinen, eine Stockbettkabine, ein Salon mit Küche sowie drei Nassräume boten genug Komfort. Klar ist es enger als in einem Hotel aber darauf waren wir ja schon im Vorhinein eingestellt.

    Aber nun zum Wichtigstem, dem Segeln. Für mich als absoluter Neuling in diesem Gebiet, war es wie anfangs erwähnt, doch etwas respekteinflößend an Bord zu gehen, ins offene Meer zu blicken und zu wissen "Da fahre ich gleich raus.". Nach den ersten paar Seemeilen unter Motor war aber alles halb so wild und ich genoss nach und nach mehr dieses herrliche Gefühl von Freiheit. Als der Wind dann nach einiger Zeit endlich zu unseren Gunsten wehte und die Segel erstmals gehisst wurden war das ein wirklich beeindruckender Anblick. Das Boot schnitt sich förmlich ins Wasser und glitt einfach dahin. Ein tolles Erlebnis war es auch als ich das Steuer übernehmen durfte, auch wenn ich mich dabei etwas ungeschickt angestellt habe und dem Boot den Wind aus den Segeln nahm - aber wozu hat man denn einen Skipper mit an Bord.

    Alles in allem ein wirklich gelungener Urlaub auf welchen ich voller schöner Erinnerungen zurückblicke, wenn auch wehmütig. Angefangen von der Organisation durch den Skipper, wir mussten uns quasi nur um das "Wo" kümmern, den vielen Eindrücken dieser wirklich herrlichen Landschaft - ich kann nur sagen:

    Wiederholungsfaktor 100%!

    Ps.: Für dieses Jahr wurde bereits ein Griechenlandtörn via Yacht-Urlaub gebucht!